TSVRo - Tierschutzverein Rorschach und Umgebung

Ferienspass 2011 am 3.10.2011

Eingetragen am 9. Okt. 2011  |   Kategorie: Aktivitäten

Ferienspass 2011Ferienspass 2011Ferienspass 2011

Wie jedes Jahr hat der Tierschutzverein Rorschach und Umgebung am "Ferienspass" teilgenommen und am 1. Montag der Herbstferien mit 15 Kindern aus Goldach und 11 Kindern aus Rorschach eine Exkursion zum Erlebnisbauernhof Aemisegger, Haufen, 9426 Lutzenberg unternommen. Dazu hat uns die Firma Gross-Reisen Rorschach einen Kleinbus gratis zur Verfügung gestellt.

Auf dem Bauernhof bekamen die Kinder nebst den üblichen Tieren auch einige "Raritäten" zu sehen. Auf dem Bauernhof von Aemisegger's leben nämlich auch richtige "Exoten" wie Bisons und Wasserbüffel. Die Bisons leben ganzjährig auf einer riesengrossen Wiese und haben freien Zugang zu einem Stall. Sie halten sich aber meistens auf der Wiese auf. Und da sie wild, d.h. nicht an Menschen gewohnt sind, kann nicht einmal der Bauer diese Wiese betreten. Wenn eines dieser Tiere krank ist, muss es zuerst mit einem Gewehr betäubt werden um es behandeln zu können.

Ganz anders die Wasserbüffel. Die sind sehr zutraulich und werden gerne gestreichelt. Die Kinder konnten zu ihnen ins Gehege und liessen sich die Hände lecken. Eine Kuriosität war, dass die schon etwas älteren Wasserbüffel bei einer (normalen) Mutterkuh, die ein wenige Tage altes Kälbchen hat, ebenfalls säugten.

Dann war es Zeit für eine Stärkung. Der Tierschutzverein Rorschach und Umgebung stiftete für die Kinder in der Pause einen Znüni resp. Zvieri und Getränke. Die Kinder der Familie Aemisegger züchten unter anderem Hühner und Enten. Aber auch da nicht nur gewöhnliche Tiere, sondern "Seidenhühner" und "Laufenten". Ausserdem Kaninchen, die jungen "Chüngeli" waren für die Kinder der absolute Hit, die konnten getragen, gedrückt und gestreichelt werden nach Herzenslust.

Wir danken den Sponsoren, Gross-Reisen und der Familie Aemisegger ganz herzlich!

Vortrag der Igelstation Kreuzlingen an der HV am 17.06.2011

Aktualisiert am 23. Juni 2011  |   Kategorie: Aktivitäten

IgelFoto © lebema.ch

Auch dieses Jahr erschienen etliche Mitglieder zur alljährlichen Hauptversammlung. Nach dem umfassenden Jahresbericht folgte der interessante und lehrreiche Vortrag von Frau Schmitz aus der Igelstation in Kreuzlingen.

Sie brachte als Unterstützung mehrere junge Igel-Pfleglinge mit, die zeitweise mit lautem Piepsen ungeduldig auf sich aufmerksam machten, weil sie Hunger hatten. Viele der Anwesenden hörten diese hohen Töne zum ersten Mal und staunten über das unterschiedliche Aussehen der Tiere. Der eine hatte im Verhältnis zu seiner Grösse ganz dunkle, grosse Füsse, der Kleinste streckte den Anwesenden seine hellen, rosa «Pfötchen» entgegen. Geduldig ging Frau Schmitz durch die Tischreihen, sodass alle Teilnehmer die Möglichkeit bekamen, die Kleinen zu berühren und Fragen zu stellen. Deshalb kam auch sofort der Einwand von Tierliebhabern, ob diese ungewohnte Situation nicht zu stressig für die Kleinen sei. Doch Frau Schmitz weiss aus langjähriger Erfahrung, dass dies Igelbabys in diesem Alter noch nicht stört. Trotzdem darf nicht vergessen werden, dass es sich hier um ein geschütztes Wildtier handelt. Es ist nicht erlaubt, diese Tiere als Haustiere zu halten. Eine Igelstation darf nur unter strengen Auflagen und mit einer Genehmigung geführt werden mit dem Ziel, die Zöglinge aufzupäppeln, um sie dann auf das Leben in freier Natur vorzubereiten. Später werden sie wenn möglich am selben Ort, wo sie gefunden wurden, wieder ausgewildert, das heisst sie kommen in ein oben und unten gesichertes Gehege und werden dort noch etwa 10 Tage gefüttert. Dann dürfen sie in die Freiheit entlassen werden.

Wussten Sie, dass:

  • Igel bis zu 3x pro Jahr je nach Wetterverhältnissen Junge bekommen, wovon allerdings nur rund ¼ den ersten Winter überlebt?
  • die Babys mit Stacheln geboren werden, die unter der Haut in Gewebsflüssigkeit liegen und erst 2-3 Std nach der Geburt zum Vorschein kommen?
  • Igel von klein auf eine Art Landkarte in ihrem Köpfchen speichern und deshalb ortsgebunden sind?
  • jeder Igel eine individuelle Zeichnung an den Füssen und Stacheln hat?
  • die Igel viel trinken müssen, um nicht auszutrocknen?
  • Sie Igel nur bis auf max. 1300 Meter Höhe antreffen?
  • den Igeln der Chitinpanzer von gefressenen Käfern hilft, ihre oft vorhandenen Lungenwürmer zu bekämpfen?
  • Schneckenkörner, die laut Produktbeschreibung von Igeln nicht gefressen werden trotzdem tödlich für sie sein können, wenn sie die Schnecken verspeisen, die diese Körner aufgenommen haben und sich so vergiften?
  • dass Igel an elektronischen Schafzäunen hängenbleiben und einen qualvollen Tod (Herzversagen) sterben?
  • dass Rasenmäher-Roboter, die oft auch nachts in Betrieb sind, ganze Igelnester samt Babys zerschneiden?

Der Vortrag von Frau Schmitz hat alle Anwesenden zum Nachdenken angeregt und zeigt, dass wir noch viel zu wenig über Igel wissen. Umso wichtiger ist es, dass es Menschen wie sie gibt, die mit viel Herzblut, Kompetenz, langjähriger Erfahrung und ihrem unermüdlichen Einsatz dafür sorgen, dass wir mehr auf die Igel und deren benötigten Lebensraum achten.

Herzlichen Dank, Frau Schmitz!

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